SUPERFINALE 2020

      Rok Cup Superfinale      

Das Rok Cup Superfinal 2020 findet vom 14.- 17. Oktober 2020 auf dem Autodromo Franciacorta, Italien statt. Dem seit Jahrzehnten gewohnte Austragungsort Lonato wurde aufgrund eines Vorfalls bei der Kart-WM mit sofortiger Wirkung die FIA-Lizenz entzogen. Die Rokker mussten also kurzfistig au fden brandneuen Kurs umziehen.

So sehen die Fahrer nach dem ersten offiziellen Trainingstag die neue Strecke südlich des Gardasees, vor allem im Hinblick auf das höchstwahrscheinich nasse Qualifying am Donnerstag.

Luke Kornder (ROK Mini):

"Ich finde es sogar besser als Lonato, weil es durch die langen Geraden und vielen schnellen Kurven viel Topspeed gibt. Ich muss noch ein bisschen was finden, ansonsten bin ich sehr zufrieden. Morgen im Quali will ich auf jeden Fall unter die Top 50 kommen. Dass es regent wird uns ergebnistechnisch denke ich nicht helfen, aber Spaß macht es auf jeden Fall."

Max Schleimer (ROK-Junior):

"Lonato ist natürlich ein tolle Strecke, da kann Franciacorta nicht mithalten. Es ist hier alles sehr, sehr schnell zu fahren, so gibt es auch keine großen Bremszonen. Für uns (Deutsche) ist es aber ein Vorteil hier zu fahren, weil noch keiner hier einen Efahrungsvorsprung hat und wir damit alle bei Null anfangen.

Auf Regen würde ich mich freuen, denn erst letztes Wochenende bin ich ein Regenrennen gefahren und somit vorbereitet bin. Das bekomme ich sicher gut hin. Es wird aber nicht das typische Regen-Quali, weil die Strecke eben noch sehr neu ist und das Wasser in Teilen aufsaugen wird. Das bedeutet weitaus mehr Grip als sonst.

 

Andre Petropoulus (ROK-Senior):

"Erst einmal ist es ein Drama, dass zwei so dümmlich auftretende Menschen dafür sorgen, dass ein Rennen verlegt werden muss. Keiner kennt die Bahn, das macht es richtig interessant. Ähnlich wie Lonato ist auch Franciacorta eine Motorenstrecke. EInerseits blöd, weil ich mich da auf den Geraden wegen meiner Größe ständig bücken muss, andererseits kann ich meinen Körper in den schnellen Ecken hier gut einsetzen. Im Regen kommt es nicht so sehr auf den Motor und die Endgeschwindigkeit an, von daher würde ich zu einem Regen-Quali nicht nein sagen. Linientechnisch müssen wir mit Sicherheit aufpassen, denn heute war die Strecke durch den hohen Fahrbetrieb mit neuen Reifen sehr griffig, doch morgen wird genau das Gegenteil der Fall sein, zumindest für die Ideallinie gesprochen."

Tag 2 beim ROK-Cup Weltfinale in Franciacorta:

Am äußerst matschigen und verregneten Donnerstag stand für die Rokker das Qualifying sowie das erste von drei Qualifikationsrennen für das Finale am Samstag an.

Bei den ROK-Junioren sprang für die deutschen Teilnehmern nur wenig heraus. Während sich die Kerim Apaydin und Paul Koch im Zeittraining mit den hinteren Plätzen begnügen mussten, gelang es ROK-Champion Maximilian Schleimer immerhin, auf Tuchfühlung mit dem Mittelfeld zu sein. Im ersten Heat machten auch Apaydin und Koch ein paar Plätze gut, doch vor allem Koch belohnte sich nicht für seine gute Linienwahl und fuhr im Zweikampf mit eigentlich langsameren Karts etwas zu großzügig. "Im Regen haben wir einige Probleme, da mir einfach die Erfahrung bei diesen Bedingungen fehlt. Ich denke ab jetzt an die übrigen zwei Heats, dei finden wahrscheinlich im Trockenen statt, da ist unser Speed wirklich gut", erklärt Apaydin. Tatsächlich ist noch nichts entschieden, denn mit guten Leistungen in den beiden verbleibenden Qualifikationsrennen ist eine Finalteilnahme immer noch möglich. Das gilt vor allem für Schleimer, der mit Platz 13. noch alle Triumphe in der eigenen Hand hält.

Deutlich bunter gestaltete sich das Bild bei den ROK Minis. Im ersten Heat ging Tommie Lycklama a Nijeholt durch seine Zulosung in Gruppe A als erster Teilnehmer in sein Rennen. Nachdem er früh einem sich drehenden Gegner ausweichen muss, wurde ein Aufholjagd aus dem hinteren Feld deutlich erschwert. Dennoch machte der Niederländer das Beste aus der Situation und kam am Ende als 15. ins Ziel.

Mathilda Paatz startete in der zweiten Gruppe und sollte für das beste Rennergebnis der deutschen ROK-Teilnehmer sorgen. Von Platz 13 gestartet machte die schnellste Dame im Feld gleich in Runde eins drei Positionen gut - und das war längst noch nicht alles. Denn dei 12-Jährige konnte den hohen Speed der Spitzengruppe mitgehen und überholte im Rennverlauf noch einen weiteren Gegner. Weil zwei andere Kontrahenten unter den schwierigen Bedingungen Fehler machten, nutzte die fehlerfreie Paatz dies eiskalt aus und kam mit auf einem hervorragenden 7. Platz nach Hause. Überraschend kam diese Leistung für sie selbst aber keineswegs: "Es war das klare Ziel, richtig zu pushen, obwohl es geregnet hat. Als dann einige meiner Vorderleute von der Strecke kamen habe ich dann auch gemerkt, dass man auch schnell ist, wenn man einfach keinen Fehler macht und nicht das letzte Risiko geht. Wenn man einfach Druck macht ohne ein Manöver zu fahren reicht das manchmal, dass der Gegner einen Fehler macht. So war das heute zumindest."

Mächtig Arbeit gab es auch für ROK-Mini-Sieger Marcell Korchukov, der nach einem mittelmäßigen Quali auf P14 Positionen gut machen musste, um den Traum von Finale nicht schon früh aus den Augen zu verlieren. Aus dem Hinterfeld heraus versuchten Luke Kornder und Vincent von Malsch ebenfalls, Boden gut zu machen. Das gelang dem Dreierpack in der Startphase allerdings nicht und auch im Rennverlauf gestaltete sich das Überholen für die Jüngsten als schwierig. Marcell Korchukov erarbeitete sich mit seiner beinharten Zweikampfführung Rang zehn, während Luke Kornder (15.) und Vincent von Malsch (17.) nur einen dezenten Schritt nach vorne gingen. Unglücklicherweise kamen sich letztere auf der Strecke etwas zu nahe: "Ich bin von Luke (Kornder) und einem anderen Fahrer ein bisschen ins Sandwich genommen worden, da bin ich ins Gras gekommen. War für uns beide nicht optimal, aber ich habe durch den Ausritt natürlich auch Plätze verloren" erklärt von Malsch. Am trockenen Freitag gibt es für die Nachwuchsfahrer aber schon die Möglichkeit, es besser zu machen.

Bei den ROK-Senioren gibt es eine sehr erfreuliche Nachricht: Nico Hantke kämpft um den Titel beim Superfinale! Doch beim ersten Qualifikationsrennen gleich der erste Schreckensmoment: Von Position zwei aus gestartet wird Hantke bewusst durch einen seiner Konkurrenten ausgebremst und verliert wertvollen Boden. Doch der überlegene Speed des Deutschen bleibt nach einer harten ersten Runde nicht lange verborgen, der 16-Jährige bahnte sich seinen Weg durchs Feld. So reichte es nach Zehn Runden auf der Strecke für Platz zwei, weil er sich im Zweikampf mit einem Konkurrenten aber zu sehr ins Zeug legte, gab es eine 10-Sekunden-Strafe. Das bedeutete die Rückversetzung auf Rang sechs. Trotzdem könnte die Ausgangslage für das nächste Heat nicht besser sein. Dort startet Hantke nämlich von Platz eins. Nach der gelungenen Aufholjagd zeigt er sich glücklich:

"Ich habe ein gutes Gefühl im Regen gehabt. Eigentlich hatten wir wirklich gehofft, dass es nicht regnet, weil wir im Trockenen ganz vorne waren, doch das konnten wir im Nassen so bestätigen. Ich wundere mich ein bisschen, dass keiner meine Linie kopiert hat, obwohl ich so viele überholt habe."

Einen ordentlichen Job machte auch Andre Petropoulus, der auf Zwölf ins Ziel kam.

Deutlich mehr zu kämpfen hatte Can Sener, der in seiner Gruppe nicht über Rang 19 hinaus kam. Grund dafür war insbesondere ein Ausritt während des Rennes. Ein Aufwecker für Sener, der danach zeitweise schneller als im Qualifying fuhr.

Die zwei finalen Qualifikationsrennen werden am Freitag ausgetragen. Aus den Ergebnissen werden die Teilnehmer für das Finale am Samstag ermittelt.

Tag 3 beim ROK-Cup-Weltfinale in Franciacorta:

Am dritten Tag auf der neuen Strecke in der Lombardei standen die beiden Finale Qualifikationsläufe für das Finale am Samstag an. So erging es dabei unseren Rokkern:

Die ROK-Senioren eröffneten dabei den Tag, in der ersten Gruppe ging Can Sener ins Rennen. Und er sorgte direkt für eine erfreuliche Nachricht aus deutscher Sicht. Von Platz 14 startend machte Sener in der ersten Runde gleich fünf Plätze gut. Dass der Sprung nach vorn nicht nur Glück geschuldet war, zeigte er im weiteren Rennverlauf, als er sich bis auf Position sieben nach vorne arbeitete. Derweil fuhr Andre Petropoulus ein eher unauffälliges Rennen und kam als Elfter ins Ziel. Nico Hantke setzte im zweiten Lauf im Vergleich zum Vortag noch einen drauf und fuhr einen souveränen Start/Ziel-Sieg ein, der nie wirklich in Gefahr war. Ein Konkurrent schloss zwar in der Schlussphase auf, doch er hatte sich eine 10-Sekunden-Strafe eingehandelt und war somit kein echter Gegner auf der Strecke.

Bei den ROK-Minis griffen zunächst Vincent von Malsch und Luke Kornder ins Lenkrad. Das schien an diesem Vormittag wohl etwas mehr Gewicht zu haben für die beiden, denn große Akzente nach vorne konnten die beiden aus dem hinteren Mittelfeld startenden nicht setzten. Das lag vor allem daran, dass sich das Feld früh sortierte und in den acht Rennrunden untypisch für Mini-Verhältnisse kaum nennenswerte Ereignisse beinhaltete. Am Ende standen die Plätze 13 und 17 zu Buche. Bereits von Haus aus mit einem Handicap versehen war Tommie Lycklama a Nijeholt. Der junge Niederländer verletzte sich gestern bei einem Ausweichmanöver die Hand, weil seine Achse einen Schlag abbekommen hatte und somit das Lenkrad schlagartig auf die Seite riss. „Hinzu kamen noch die Mischbedingungen auf der abtrocknenden Strecke, damit konnte ich nicht so recht umgehen. Das mit den Regenreifen war irgendwie nichts“, hadert Lycklama a Nijeholt Trotzdem biss er die Zähne zusammen und trat zu beiden Zeitrennen an. Dabei gelang ihm ein beachtenswerter 16. Platz. Noch bemerkenswerter war aber die Leistung von Mathilda Paatz, die die deutsche Flagge mit einer weiteren tollen Fahrt hochhielt. Platz sieben vom Vortag konnte sie zwar nicht überbieten, doch P8 ist erneut ein hervorragendes Ergebnis, das sie auf Kurs für das A-Finale brachte. Auch für Marcell Korchukov ging es nach vorne, ihm ging die Aufholjagd aber nicht ganz so leicht von der Hand wie Paatz zuvor. Von Startplatz 14 ging es schnell auf P11. Kurz vor Zielflagge gewann der 12-Jährige einen rundenlangen Kampf gegen einen Rivalen aus Polen. Das brachte ihm wie am Vortag Rang zehn ein.

Völlig überraschend – und das auch für ihn selbst – kam Maximilian Schleimers Performance in seinem zweiten Heat. Von 13 losgefahren nutzte das Leichtgewicht die Ungereimtheiten der Konkurrenz aus, sodass zur Rennhälfte Position vier auf der Zeittabelle stand. Doch damit nicht genug: In einem chaotischen Rennen behielt Schleimer einen kühlen Kopf und sicherte sich sogar kurzzeitig die Führung. Letztendlich fanden die etwas schnelleren Fahrer aber einen Weg vorbei. P5 als Endresultat half dem ROK-Junior-Champion dennoch enorm weiter: „Der Motor war Bombe!“, jubelte ein sichtlich erfreute Max Schleimer im Ziel. Ebenfalls jede Menge Plätze nach vorne ging es zunächst für Paul Koch. Von ganz hinten kam er schnell bis Position 17. Weil manche seiner Verfolger im Renntrimm aber die Nase vorne hatten, wurde es am Ende Rang 20. Auch Kerim Apaydin gelang es Boden gut zu machen, weil er bei abtrocknenden Bedingungen mit den Slicks den richtigen Reifen gewählt hatte. So kam er auf Platz 16.

 

Die Runde der finalen Quali-Läufe eröffneten abermals die ROK-Senioren. Dabei gibt es über Heat drei von Nico Hantke nur wenig zu sagen – und zu beanstanden. Von der Pole aus dominierte der Deutsche das Geschehen nach belieben und gewann mit über einer Sekunde Vorsprung vor dem Rest des Feldes. Auch Can Sener überzeugte zum zweiten Mal an diesem Tag. In seinen Rennen schaffte er mit Plat zehn erneut die Top-Ten. Für Andre Petropoulus bot sich diese Chance erst gar nicht, denn sein Motor streikte bereits in der Formationsrunde, weshalb er aufgeben musste. Dennoch reichte es für Petropoulus für das Finale, genau wie bei den beiden anderen deutschen Vertretern. Nico Hantke startet nach seinen zwei Sieg am Samstag sogar von der Pole.

Die Entscheidungsläufe bei den ROK-Minis begannen gleich mit einem herzzerbrechenden Moment. Die so stark auffahrende Mathilda Paatz rollte gerade aus der Box, als ihr Motor plötzlich abstirbt – das Aus für das anstehende Rennen und ihre schon sicher geglaubte Finalteilnahme. Ganz vorbei ist das Event für die 12-Jährige aber noch nicht, dem sie startet morgen im B-Finale. Ein schwacher Trost, denn auch im A-Finale wäre für die schnellste Dame im Feld einiges möglich gewesen. Die Teilnahme am A-Finale sicherte sich stattdessen Marcell Korchukov, der nach zweimal P10 diesmal bis auf nach sieben nach vorne schoss. Etwas zeigen wollte nach dem durchwachsenen Wochenende auch Vincent von Malsch. Der sonst eher zurückhaltend agierende Pilot fuhr sichtlich mit dem Messer zwischen den Zähnen und fuhr einige sehenswerte Überholmanöver. Das spülte ihn bis auf die 13 vor. Luke Kornder kam knapp dahinter auf der 15 ins Ziel. Die beiden treffen im B-Finale erneut aufeinander.

Deutlich bescheidener lief das letzte Heat für die ROK-Junioren. Überraschungsmann bekam einen Rempler und musste in der Folge wegen eines Schadens am Auffahrschutz in die Box. Das warf ihn bis auf Position 27 zurück. Das Weiterfahren lohnte sich für Schleimer. Er darf am Samstag im Finale antreten. Leider als einziger Deutscher, denn sowohl Kerim Apaydin als auch Paul Koch konnten im abschließenden Quali-Heat nicht gut genug platzieren, um das Ticket für den Samstag zu lösen. „Es hat mir gut gefallen hier, die Strecke war anders als die deutschen Kurse. Richtig zufrieden kann ich mit meinen Leistungen nicht sein, auch wenn ich im letzten Heat einen recht guten Job gemacht. Dennoch war es eine tolle Erfahrung, ich habe viel gelernt, was ich zurück nach Deutschland nehmen kann“, resümiert Koch die Tage in Franciacorta.

Es bleibt also festzuhalten, dass sich von den elf deutschen Fahrern fünf für die jeweiligen Finalläufe qualifiziert haben. Diese finden geschlossen am morgigen Samstag statt.

Finaltag beim ROK-Superfinale 2020 in Franciacorta:

Bevor es in den Endläufen so richtig zur Sache ging standen noch je ein B-Finale bei den Junioren und Minis an. Hier fuhren die 34 schnellsten Fahrer, die das Finale verpassten.

Bei den ROK Minis waren mit Mathilda Paatz, Luke Kornder und Tommie Lycklama a Nijeholt gleich drei Fahrer aus dem ROK-Cup Germany vertreten. Sie alle starteten jedoch außerhalb der Top 20, eine Aufholjagd musste also her. Das Motto Attacke setzte Mathilda Paatz mit Abstand am Besten durch, denn innerhalb der ersten beiden Runden schaffte sie es, sich von Startplatz 23 auf den unglaublichen neunten Rang vorzufahren. Dabei profitierte sie zwar von einer großen Karambolage vor ihr, doch zeigte die 12-Jährige trotz der im Weg stehenden Konkurrenten den Mut, trotz der Hindernisse nicht vom Gas zu gehen. So ging sie als Hauptprofiteur aus der Nummer heraus. In einem Zug fast zehn Karts bewies Paatz ihre Überholqualitäten, die in diesem Rennen ihres Gleichen suchten. Nahezu spielerisch überholte sie ihre Konkurrenten reihenweise und kam bis auf die zweite Position hervor. Einen einzigen Fehler machte die zweifellos schnellste Dame im Feld aber, der ihr das Podium und damit eine Trophäe kostete. In Kurve fünf kam sie kurz von der Strecke ab und büßte drei Positionen ein, so stand am Ende Platz fünf, der aufgrund einer Strafe in der Endabrechnung zu Platz neun führte. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Einen Pokal gab es für Paatz dennoch: Weil sie die erfolgreichste Dame im Feld war, wurde sie nach der Hauptsiegerehrung vor versammeltem Publikum ausgezeichnet. Selbst die Teamchefs anderer Rennställe gratulierten ihr zu dieser phänomenalen Performance. Lycklama Nijeholt und Luke Kornder taten sich im Rennen schwerer, und doch gelang es ihnen, ein paar Positionen gut zu machen. Beide hatten dabei einen Trumpf in der Tasche, der sich im Endklassement auszahlen sollte: Weil – im Gegensatz zum Großteil der Konkurrenz – keiner der beiden eine Strafe von der Rennleitung kassierte, gelang den Jungspunden ein ansehnliches Ergebnis. Rang 16 für den Niederländer und Position 19 für Luke Kornder. Ein versöhnlicher Abschluss des Wochenendes, vor allem für Nijeholt, der im Vergleich zum Start ganze zehn Plätze nach vorne kam.

Bei den ROK-Junioren vertraten in der „OMP Trophy“ Kerim Apaydin und Paul Koch die deutsche Flagge. Apaydin ging dabei von der Sieben ins Rennen, Koch von der 20. Völlig unterschiedliche Voraussetzungen für die beiden. Was sie jedoch gemeinsam hatten war ein eher durchschnittlicher Start, bei dem es je eine Position zurückging. Apaydin erholte sich schnell von diesem Schock, noch dazu half ihm die Konkurrenz dabei: In Kurve zwei kollidierten gleich drei der in Führung liegenden Karts. Eine Chance, die der junge Deutsche nicht ausließ und sich auf die Vier schob. Und um die musste er das gesamte Rennen kämpfen, doch errang sie immer wieder zurück. Weil beim Superfinale die ersten fünf des Rennens geehrt werden, ging es somit aufs Podium. Paul Koch hielt derweil nicht ganz mit, doch seine fehlende Rennpace kompensierte er mit viel Ruhe, sodass er Fehler der umliegenden Piloten ausnutzte und sich immerhin auf die 18 verbesserte.7

Nach dem tragischen Ausfall von Mathilda Paatz im letzten Qualifikationsrennen war Marcell Korchukov im großen Finale bei den ROK-Minis Einzelkämpfer. Das macht dem 12-Jährigen aber nichts aus, von 28 gestartet stand nach der Eröffnungsrunde bereits Platz 23 zu Buche. Einen Durchmarsch durch das Feld gestaltete sich danach als schwierig, denn im A-Finale ist das fahrerische Niveau der Konkurrenz einfach zu hoch, das dies gelingt. Nennenswerte Unfälle gab es auch nicht, weswegen Korchukov sich jedes weitere Überholmanöver auf der Strecke sichern musste. Der amtierende ROK-Germany-Champion stellte sich dieser Aufgabe und kam innerhalb der 16 Rennrunden bis auf Rang 17 nach vorne. Ein toller Erfolg, schaffte in den vergangenen Jahren kein deutscher Vertreter überhaupt den Finaleinzug.

Im Junior-Finale war ebenfalls nur ein deutscher Vertreter, nämlich Maximilian Schleimer. Geradeso in den Endlauf eingezogen zeigte Schleimer, warum er sehr wohl zu den Besten im Feld zählt. Schnell kam er auf die 21 nach vorne und wartete danach auf Fehler der Konkurrenz. Zum Ende des zweiten Renndrittels gelang ihm der Sprung auf die 17. Position. Weiter verbessern konnte er sich nicht mehr, doch wie schon bei den Minis zahlte sich seine überlegte Fahrweise aus: Durch diverse Strafen der Fahrer um ihn herum wurde Schleimer bis auf die 13 nach vorne gespült. „Ich bin sehr zufrieden, ich bin immerhin der 13. Best ROK-Fahrer der Welt. Das schon was, worüber ich mich freuen kann“, erklärt Schleimer nach dem erfolgreichen Abschluss der Woche.

Den allerletzten Showdown des Tages lieferten sich die ROK-Senioren. Und dabei standen alle drei deutschen Fahrer im Finale. Es sollte ein denkwürdiges „Main Event“ der Woche werden. Nico Hantke startete durch seine beiden Siege in den Heats von der Pole Position und führte das Feld somit in die erste Runde. Aufgrund der langen Geraden und dem damit verbundenen Windschatten konnte Hantke den Verfolger einfach nicht entwischen, stattdessen verlor er in Runde 3 die Führung, doch der 16-Jährige behielt die Ruhe und ordnete sich hinter dem neuen Spitzenreiter ein. Nach sechs Runden gesellte sich ein weiterer Rivale dazu, der ebenfalls am Deutschen vorbeizog. Für Can Sener war das Rennen zu diesem Zeitpunkt längst beendet, denn er geriet bei einem Positionskampf zu sehr auf einen Randstein, weswegen er abflog und so früh Feierabend hatte. In Runde zwölf hatte Nico Hantke genug von seinem Vordermann gesehen und holte sich den zweiten Platz zurück. Mit dem tollen Manöver in die Spitzkehre steigen seine Siegchancen enorm. Für Andre Petropoulus waren diese nach seinem Ausfall am Vortag dagegen nicht existent. Er startete von 31. Aufgrund eines zu schlechten Topspeeds wurde das Überholen für Petropoulus aber beinahe unmöglich, am Ende sprang immerhin der 25. Platz heraus. An der Spitze kämpften in der Zwischenzeit der Pole Aleksander Bardas und Nico Hantke erbittert um den Sieg. Immer wieder fuhr der Pole Kampflinie, um die Angriffe Hantkes abzuwehren. In der vorletzten Runde war es dann aber soweit: Über mehrere Kurven bereitete der Deutsche ein Manöver vor, am Ausgang von Kurve sechs rechte sich die Kampflinie des Führenden, der nicht gut heraus kam und das Beschleunigungsduell mit Hantke in den nächsten Turn verlor. Bei den Zuschauern sorgte das für reihenweise offene Münder. „Das ist das spannendste Rennen, das ich je kommentiert habe“, schrie der englische Kommentator in sein Mikrofon – da war die drei Mann starke Kampfgruppe noch nicht einmal im Ziel. Nebeneinander fuhren die um nahezu den gesamten zweiten Sektor der Strecke, ehe es auf die lange Gegengerade ging, auf der sich die Verfolger förmlich ansaugten. Hantke verteidigte seine Linie, weswegen er etwas schlechter auf die Zielgerade beschleunigte als seine Konkurrenten. Nebeneinander ging es über die Linie – und Hankte siegte! 0,048 Sekunden Vorsprung, ein echtes Herzschlagfinale. Es war der erste deutsche Sieg beim ROK-Superfinale in dieser Klasse – doch es war kein Sieg. Weil sich in der dritten Runde Hantkes Ketten-Abdeckung löste, wurde der 16-Jährige direkt nach dem Zieleinlauf disqualifiziert. Ein weiteres Novum in der Geschichte des ROK-Cup Superfinals. Beinahe das gesamte Publikum inklusive der Kommentatoren bekamen die Disqualifikation erst am Ende der Auslaufrunde mit. Nur Hantke selbst wusste Bescheid: „Ich habe das direkt bemerkt, als es passiert ist. Das war mit direkt klar, dass ich raus bin – eine Warnflagge habe ich aber nicht gesehen, also bin ich weitergefahren. Zuerst hatte ich mich entschieden, mich aus dem Kampf um die Spitze herauszuhalten, doch dann dachte ich mir, dass es besser ist, das Ding auf der Streck zu gewinnen. Ich war überrascht, dass mein Gegner aus Polen beim Manöver in der letzten Runde auf meine Finte reingefallen ist, das darf einem Fahrer seiner Klasse eigentlich nicht passieren.“

Ein unglücklicher Abschluss eines abwechslungsreichen Wochenendes. Wetterkapriolen, Triumphe und vor allem Dramen, das Debüt in Franciacorta war alles, nur nicht langweilig. Die deutschen Rokker freuen sich auf eine Rückkehr auf die Strecke in der Lombardei, deren Infrastruktur beim nächsten Mal dann hoffentlich abgeschlossen ist. Doch auch so lief die so kurzfristig angesetzte Premiere erstaunlich gut und ohne größere Zwischenfälle ab. Hoffen wir, dass Corona einer Wiederauflage keinen Strich durch die Rechnung macht.

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